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Was brauche ich um Model zu werden

Modenschau Orwell
Modenschau Orwell

Noch nie war der Modelmarkt so stark umkämpft wie heute.


Ohne professionelle Hilfe ist es da fast unmöglich auf sich aufmerksam zu machen und die meist gemachten Fehler zu vermeiden.

Insgesamt gibt es ungefähr 25000 Models weltweit, 10 davon zählen zu den bekannten Topmodels. Bis zu 200 Bewerbungen pro Tag, pro Modelagentur, treffen bei den umkämpften großen Modelagenturen ein.

Ich selbst habe meine Model Karriere mit 17 Jahren begonnen und habe wertvolle Zeit vergeudet. Es dauerte vier Jahre, bis ich mich durch diesen mir unbekannten Dschungel gekämpft habe, und ich mit meiner Karriere, davon 10 Jahre in USA, starten konnte.
In den 80iger Jahren gab es kein Germanys Next Topmodel und keine Möglichkeit zur Ausbildung, ich stand ganz alleine da. Als ich die ersten Schwierigkeiten, eine geeignete Model Agentur für mich zu finden, überwunden hatte und ich mich am Ziel angekommen glaubte teilte mir meine Agentur doch überraschenderweise mit das ich für die Beschaffung der geeigneten Modelfotos selbst zuständig war. Es stellte sich heraus dass ich nicht zu dem glücklichen ein Prozent der Mädchen gehörte die von der Agentur gefördert wurde. Ich war zwar hübsch hatte eine sehr gute Figur, die richtige Größe und vieles mehr, aber leider war Ich etwas schüchtern, es fehlte mir an Selbstsicherheit und Professionalität so überzeugend zu wirken das sie in mich investiert hätten.
Bevor die Agenturen auch nur die geringste Arbeit in ein Model investieren erwarten sie, dass Newcomer Models sich erst beweisen, Durchhaltevermögen haben und diesen Job wirklich, mit all seinen Herausforderungen, machen wollen.

Es stellte sich heraus, dass das Beschaffen der richtigen Fotos für das Modelbuch und die Sedcard, das Zeitaufwendigste und eines der schwierigsten Dinge war, die mich am meisten zum Verzweifeln gebracht hatte.

Nach über einem halben Jahr hatte ich die passenden Fotos für mein Modelbuch und meine Sedcard, erst danach fing meine Agentur an mit mir zu arbeiten. Erster Erfolg stellte sich ein und überraschender Weise erschreckte es mich als ich die ersten Buchungen für die verschiedensten Jobs erhielt. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch in mir keimten auf einmal die größten Zweifel. Ich hatte schreckliche Sorge den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Ich wusste nicht was da auf mich zukommen würde, denn ich war ja ohne jede Vorkenntnis, das beunruhigte mich so sehr dass ich Nachts nicht mehr schlafen konnte.

 

Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich bei meiner ersten Modeschau vor Angst fast umgekommen wäre, und als ich kurz zögerte auf den Laufsteg zu gehen, von der Veranstalterin einfach auf den Laufsteg geschubst wurde. Ich weiß nicht mehr was sie zu mir gesagt hat, aber die Arbeit auf dem Laufsteg war für mich noch lange mit einem unangenehmen Gefühl verbunden.

Nach zwei, sehr erfolgreichen Jahren in Deutschland(es gab kaum einen Designer für den ich nicht auf dem Laufsteg gelaufen war) war ich bereit für die große Herausforderung, die USA.Ich machte Nägel mit Köpfen, kündigte meine Wohnung und zog nur mit ein paar persönlichen Sachen im Koffer nach Miami.
Ich glaubte alle Anfangsschwierigkeiten wären überwunden, wurde aber bei der ersten Buchung für ein Fotoshooting, mit Sam Notabartolo, einem angesagten Fotografen, eines besseren belehrt.
Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass die Arbeitsweise in USA nichts mit der in Deutschland zu tun hatte. Waren die Anforderungen in meiner Modelwelt bis jetzt darauf abgezielt kühl und High Fashion zu sein, wurde hier von mir erwartet, frisch, freundlich und kommerziell aufzutreten.  

Als mir der Fotograf bei Shooting- „ Action“ zurief, war ich mehr als ratlos.
Ich wusste nicht was er von mir wollte, ich hatte keine Posen auf Lager die ich abrufen konnte. Es war mir mehr als peinlich als er immer ungeduldiger wurde und schließlich ein anders Model zur Hilfe rief. Nachdem das Model demonstrierte wie Commercial auszusehen hat, habe ich mich daran versucht.

                             



Es war dann okay, aber nur okay. Ich hatte verpasst einen ersten guten Eindruck beim Kunden zu hinterlassen. Selbstverständlich hat auch meine Agentur davon erfahren und es hat mich einige Zeit, und ein paar nicht so spannende Buchungen, gekostet sie davon zu überzeugen, dass ich doch das Zeug für große Aufträge hatte.
Nachdem ich bewiesen hatte dass ich es kann, kam die größte Herausforderung,  New York!
Dort kamen dann unglaublich viele Castings für die großen Designer. Nach weiteren vielen Fehlern, manchmal waren es nur Kleinigkeiten, die mich davon abhielten den Job zu bekommen, habe ich dann fast alles richtig gemacht und konnte mich durchsetzen. Ich wurde in meinem Pass eingetragener, offizieller Einwohner von New York (worauf ich besonders stolz war) und ich hatte noch viele weitere Jahre als erfolgreiches Model.

                                                        Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start ins Modelbusiness!

                                                                                                    Eure Katharina Renter


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